SPIELWEISEN. Videogespräche mit Schauspielern


Ulrich Matthes im Deutschen Theater Berlin

Josef Bierbichler im Gespräch mit Andres Veiel, Akademie der Künste, Berlin

Edith Clever im Berliner Hebbel-Theater

Maren Eggert im Deutschen Theater Berlin

Jens Harzer im Thalia Theater, Hamburg

Fabian Hinrichs im Roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Sandra Hüller im Gespräch mit Yvonne Büdenhölzer, Münchner Kammerspiele

Joachim Meyerhoff, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Probebühne

Wiebke Puls im Gespräch mit Matthias Lilienthal, Münchner Kammerspiele

Signa Köstler in der Akademie der Künste, Berlin Alle Videostills: "Spielweisen", Akademie der Künste 2014 © ijb/Kai Miedendorp

Ich war Hamlet. Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa.
(Heiner Müller: Hamletmaschine)

Der Moment, in dem sich einer vor die anderen stellt und behauptet, jemand zu sein, der er nicht ist, ist der Urmoment des Theaters. Ob die Behauptung in Form einer Maskerade, durch verändertes Verhalten oder Worte erfolgt, mit wie viel distanzierenden Brechungen auch immer, macht dabei keinen Unterschied. Wenn Theater gespielt wird, besteht die Wirklichkeit für die Dauer des Spiels darin, dass Menschen anderen Menschen dabei zusehen, wie diese Wirklichkeit reflektieren. Eine zweite Ebene wird eingezogen, auf der sich zu den konkreten auch vorgestellte Körper gesellen.

Allerdings hat sich die Theaterpraxis in den letzten Jahren stark verändert. Der Einfluss der Performancekunst ist im Schauspiel deutlich spürbar, ebenso das Bedürfnis, möglichst viel Wirklichkeit möglichst ungefiltert auf die Bühne zu bringen. Der Theaterraum soll zunehmend ein Raum unmittelbarer Erfahrung sein, nicht selten wird die Bühne gleich ganz verlassen und die Spieler nehmen ihr Publikum mit in den Stadtraum, wo Zuschauer und Künstler gemeinsam agieren.

Was bedeuten diese Veränderungen für den Ensemble-Schauspieler, dessen Kunst in den neuen Formen ebenso wie im klassischen Schauspiel, das es ja weiterhin gibt, nach wie vor das deutschsprachige Theater prägt? Welche Spielweisen haben sich neben ihm etabliert? 

In dem Rechercheprojekt "Spielweisen" setzen sich in zehn Videogesprächen herausragende Schauspieler der Gegenwart mit den für sie jeweils ganz subjektiv wichtigsten Fragen an ihre Kunst auseinander: mit dem Moment der Verwandlung, dem Spiel mit den Zuschauern oder den Grenzen des Darstellbaren.

Die zehn halbstündigen Beiträge wurden von 17. September bis 14. Dezember 2014 im Rahmen von „Schwindel der Wirklichkeit“ am Hanseatenweg 10 in Berlin-Tiergarten präsentiert gezeigt und sind auch auf DVD erschienen.

Spielweisen. Videogespräche mit Schauspielern: Details und Trailer

Mit: Sepp Bierbichler, Edith Clever, Maren Eggert, Jens Harzer, Fabian Hinrichs, Sandra Hüller, Signa Köstler, Ulrich Matthes, Joachim Meyerhoff und Wiebke Puls.   mehr

Im Rahmen der Finissage von "Schwindel der Wirklichkeit" fand am 14. Dezember 2014 ein Gespräch zwischen dem Schauspieler Ulrich Matthes und dem Regisseur Jossi Wieler zu "Spielweisen" statt. Videodokumentation

Im Vorbereitungsbüro zu "Schwindel der Wirklichkeit" sprach der Regisseur und Autor Kevin Rittberger am 2. April 2014 mit der Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser und dem Musiker Volker Zander über das "Theater der Vorahmung" als "Plädoyer für ein Theater der Zukunft". Videodokumentation  

Am 26. Februar 2014 unterhielten sich die Regisseurin Helgard Haug (Rimini Protokoll) und der Filmemacher Romuald Karmaker über die Möglichkeit von "100 % Wirklichkeit" in der Kunst. Videodokumentation

Am 5. Februar 2014 diskutierten die Performerin Signa Köstler, der Dramaturg Carl Hegemann und die Theaterwisenschaftsprofessorin Barbara Gronau über "Immersive Strategien im Theater", und der Fotograf Erich Goldmann erläuterte einige seiner Bilder zur Arbeit der Gruppe SIGNA. Videodokumentation

Am 4. Dezember 2013 waren Rolf Hochhuth, Hans -Werner Kroesinger, Helgard Haug (Rimini Protokoll) und Milo Rau eingeladen, mit Thomas Irmer über "Dokumentartheater heute: Versuche über die unbekannte Gegenwart" zu sprechen. Videodokumentation

Und am 13. November 2013 hatte der Regisseur Ulrich Rasche im Gespräch mit dem Kritiker Dirk Pilz sein chorisches Konzept erläutert. Videodokumentation