Akademie der Künste, Hanseatenweg © Erik-Jan Ouwerkerk

Memories in Music II Audiowalks

Audiotour

Radiokompositionen und Hörspiele können für einen einstündigen Spaziergang im Tiergarten in der Akademie der Künste am Hanseatenweg auf das eigene Smartphone geladen werden.

Kirsten Reese: Field Log Cobourg (2020/21, 51:20 min), Radiokomposition über die Recherche zum Naturwissenschaftler Ludwig Leichhardt in Australien  
Auftrag und Produktion von Deutschlandfunk Kultur / Akademie der Künste

Ursendung am 7.5.2021, 00:05 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur

Elf Jahre blieben die ersten britischen Marinesoldaten auf der Halbinsel Cobourg im Norden Australiens. 1849 kapitulierten sie vor Wirbelstürmen, Termiten und Malaria. Kurz zuvor waren sie auf Ludwig Leichhardt getroffen, einen Naturwissenschaftler aus Brandenburg. Diesen entlegenen Schauplatz der Kolonialgeschichte hat nun die Klangkünstlerin Kirsten Reese bereist. Nachts schlief sie unter freiem Himmel, lauschte zarten Insektengeräuschen. Zurückgelassene britische Objekte brachte sie zum Klingen, sie sprach mit Menschen vor Ort, dokumentierte deren Lebenswelt in Tonaufnahmen. In Field Log Cobourg umkreist Reese verschiedene Formen von Wissen: Erfahrungswissen, indigenes Wissen, Naturwissenschaft, Wissen, das über Klang transportiert wird. Die Künstlerin verbindet ihre Reflexionen mit Fieldrecordings, O-Tönen und Archivaufnahmen.

Voice Affairs – Fokus Libanon (1:27:48 min), Radiomitschnitt des Uraufführungskonzertes bei ECLAT in Stuttgart, 3.2.2021
Produktion von Deutschlandfunk Kultur / Akademie der Künste

Ursendung am 14.5.2021, 00:05 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur

Das Projekt Voice Affairs initiiert künstlerische Dialoge zwischen den experimentellen Musikszenen im Libanon und der europäischen Kunstmusik. Es verbindet Musiker*innen aus dem Libanon, Ägypten und Palästina mit den Neuen Vocalsolisten, Stuttgart. Aus der Perspektive von zeitgenössischer Komposition, von elektronischer Musik, Sound Art, Improvisation und Avant-Pop beschäftigen sie sich alle auf unterschiedliche Weise mit der Stimme und ihren historischen, religiösen und kulturellen Implikationen und reflektieren über die Vielfalt, Widersprüchlichkeit, Explosivität und Poesie des libanesischen Kulturraums.

Kompositionen von Aya Metwalli, Youmna Saba, Cynthia Zaven, Dániel Péter Biró, Samir Odeh-Tamimi, Manolis Manousakis, Raed Yassin.

Neue Vocalsolisten Stuttgart – Johanna Vargas, Susanne Leitz-Lorey, Truike van der Poel, Martin Nagy, Guillermo Anzorena, Andreas Fischer

Simone Kucher: Der Stimme ihren Ort zurück (2015, 53:00 min), Hörspiel
Auftrag und Produktion des Westdeutschen Rundfunks

Die Hörspielproduktion Der Stimme ihren Ort zurück von Simone Kucher nimmt ihren Ausgang in Aufnahmen von armenischen Kriegsgefangenen aus dem Ersten Weltkrieg, die im Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin zugänglich sind. Das Hörspiel korrespondiert mit der auf denselben Lautarchiv-Aufnahmen basierenden Komposition Sprach der Wolf des armenischen Komponisten Petros Ovsepyan.

Eine Stimme aus der Vergangenheit holt Lusine ein. Zufällig hört sie im Radio eine historische Aufnahme aus dem Ersten Weltkrieg. Diese Stimme ist ihr merkwürdig vertraut. Wer ist es, der da spricht? Die Suche nach der Antwort wirft die junge Frau auf ihre Familiengeschichte zurück. Und auf ein großes Schweigen, das auf ihr lastet.

Denn Lusine ist Teil der armenischen Diaspora, die seit dem Völkermord an den Armenier*innen vor hundert Jahren über die ganze Welt verstreut lebt. So wird die Suche nach der Stimme zu einer Suche nach der Erinnerung und bringt zahlreiche andere hervor. Denn über ein Jahrhundert des beharrlichen Verschweigens hinweg sind die Erinnerungen und Einzelschicksale nur bruchstückhaft zu rekonstruieren.

7.5. — 8.8.

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